Warum Deine Freunde Deine größten Erfolgsverhinderer sein können

Freunde sind oft die Anlaufstelle Nummer eins, wenn wir im Leben vor Entscheidungen stehen. Doch Vorsicht! Nicht jeder Rat bringt uns im Leben weiter. Manchmal ist Dein bester Freund oder Deine beste Freundin unbewusst Dein größter Erfolgsverhinderer.

Willst Du im Leben vorankommen? Möchtest Du Dich weiterentwickeln? Bist Du bereit, dafür auch Kraft und Energie zu investieren? Herzlichen Glückwunsch. Du hast es verstanden! Leg los! Es wartet vielleicht ein komplett neues Leben auf Dich. Ein Leben, dass nach Deinen Vorstellungen funktioniert. Ein Leben, in dem Du so lebst, wie Du es gerne hättest. Ein Leben, in dem Du alten Ballast von Bord wirfst und zu neuen Ufern aufbrichst.

Hört sich das gut an? Nun, soweit die Theorie. In der Praxis sieht’s oft etwas anders aus.

Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen Du die meiste Zeit verbringst.

Jim Rohn

Kennst Du das obige Zitat? Nimmt man also die fünf Menschen, mit denen Du die meiste Zeit verbringst, dann bist Du in vielen Bereichen ziemlich genau der Durchschnitt dieser Menschen. Das würde z.B. bedeuten, dass Dein Einkommen in etwa dem Durchschnitt der Einkommen Deiner Freunde entspricht. Na ja, das muss man jetzt nicht nachrechnen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass man sich in ähnlichen finanziellen Gefilden befindet, wie diese fünf Menschen ist nach dieser Aussage eben hoch. Natürlich lässt sich das auch auf andere Lebensbereiche ausdehnen.

Ist ja auch irgendwie logisch. Man umgibt sich nun wohl eher mit Menschen, die ähnlich ticken und ähnlich handeln, wie jemand selbst. In einem solchen Umfeld fühlt man sich verstanden und geborgen. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man in vielen Bereichen auch ein ähnliches Leben führt.

Deinen Freunden geht es wahrscheinlich genauso. Sie fühlen sich in Deiner Gesellschaft wohl, weil ihr ähnlich “tickt”.

Wenn Du spürst, dass da noch mehr im Leben ist

So, und jetzt stell Dir vor, Du hast erkannt, dass dieses “bequeme Leben” nicht genug ist für Dich. Du hast erkannt, dass Du Dich weiterentwickeln willst. Beruflich, persönlich – wie auch immer.

Wenn Du jetzt Deine Freunde um Rat fragst, können Dir folgende Dinge passieren:

  1. Deine Freunde finden das toll und stehen Dir gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Herzlichen Glückwunsch, Deine Freunde sind cool und haben wohl ebenfalls erkannt, dass Dir persönliche Weiterentwicklung mit all seinen Konsequenzen wichtig ist.
  2. Deinen Freunden ist es egal. Auch gut. Leben und leben lassen. Sie nehmen Dich so, wie Du bist.
  3. Deine Freunde können mit Deinen Vorhaben nichts anfangen. Je mehr Zeit Du mit Deinen neuen Lebenszielen verbringst, umso weniger Zeit kannst Du mit Ihnen verbringen. Deine Freunde planen einen Ausflug am Wochenende? Du sitzt im Seminar. Nächstes Wochenende? Du lernst. Deine Entwicklung braucht eben Zeit. Zeit, die Deine Freunde gerne mit Dir verbringen möchten. So wie sonst auch immer. War ja so gemütlich.

Wenn Du Freunde hast, die Du unter Punkt 3 einordnen kannst, solltest Du genau hinhören, wenn Du sie um Rat fragst. Nicht immer ist deren Antwort nur auf Deine Bedürfnisse ausgelegt. Vielleicht spielt auch unterbewusst bei dem einen oder anderen Freund, bei der einen oder anderen Freundin die Sorge, Dich nicht mehr so oft zu sehen eine Rolle.

Du bist begeistert von Deinen Erfahrungen, die Du jetzt in Deiner Fortbildung machst? Du erzählst Deinen Freunden voller Enthusiasmus, was Du im Seminar für tolle Menschen kennenglernt hast, die sich alle im Leben weiterentwickeln und mit Dir Deine “neuen Interessen” teilen?

Das kommt nicht immer gut in Deinem “alten Freundeskreis” an. Deine Euphorie in Ehren. Aber vielleicht hast Du Freunde, die sich in ihrem Leben wohlfühlen. Freunde, die auch Dich immer gerne so hatten, wie Du eben bisher warst. Freund, die gerne hätten, dass Du auch so bleibst, wie Du warst.

Dann kann es schon mal passieren, dass sich zwischen Dir und Deinen Freunden eine gewisse Interessenslücke auftut. Die Distanz zwischen Euch kann sich vergrößern. Bist Du bereit, diesen Preis zu zahlen? Diese Frage wird sich Dir dann stellen. Denn je mehr sich Deine Kenntnisse und Interessen ändern, umso größer die Gefahr, dass Ihr nicht mehr soviel miteinander anfangen könnt.

Was tun?

Jetzt habe ich schon des öfteren Sprüche gehört wie: “Trenne Dich von Deinen alten Freunden und umgib Dich ausschließlich mit Menschen, die Deine Ziele teilen. Nur so kannst Du Dich optimal weiterentwickeln.” Meine Meinung: im ersten Augenblick mag das vielleicht plausibel klingen. In der Praxis ist das, meiner Meinung nach, jedoch absoluter Bullshit!

Warum Bullshit? Nun, hier meine ganz persönliche Meinung. Freunde sind Freunde! Es ist in diesem Leben schwer genug echte Freunde zu finden. Diese Freunde hat man, weil man sich mit Ihnen versteht. Weil man sie mag. Und natürlich auch, weil man gemeinsame Interessen teilt. Vielleicht ist man zusammen schon durch dick und dünn gegangen und dadurch die Freundschaft zusammengewachsen. So etwas gibt man nicht einfach auf! Wer weiß, ob Du in einem Jahr immer noch die gleichen Interessen hast. Vielleicht eben nicht. Dann ist das Interesse an Deinen “neuen” Lebenszielen weg und Deine Freunde vielleicht auch.

Dann gibt es noch die guten Bekannten. Ich möchte behaupten, dass diese oft die Mehrzahl der vermeintlichen Freunde ausmachen. Oft sind dies Bekanntschaften, die aus Zweckgemeinschaften entstehen, wie z.B. dass die Kinder zusammen in der selben Kindergartengruppe sind. Man hat gemeinsame Interessen (z.B. sich über die die Erzieher und Erzieherinnen unterhalten, den nächsten Kindergartenbazar etc.). Solche Bekanntschaften können im Laufe des Lebens kommen und gehen. Wer weiss, vielleicht bröckeln derlei Bekanntschaften auch, wenn man plötzlich mit anderen Gesprächsthemen wie Persönlichkeitsentwicklung oder Glückscoaching daher kommt. Das wird man im Leben nie ganz verhindern können.

Stimmt aber die Basis einer Freundschaft, so lässt sie genug Platz für individuelle Entfaltung. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie unterschiedlich sich Menschen im Laufe der Jahrzehnte entwickeln und trotzdem Freunde bleiben können. Da kann es sein, dass man sich über Jahre kaum sieht und jeder seinen eigenen Freundeskreis aufbaut. Aber wenn man sich sieht, dann weiß man, dass es passt. Echte Freundschaft eben, basierend auf einem großen Fundament.

Die Lösung?

Anstatt seine persönlichen Weiterentwicklungsziele zu vernachlässigen, weil man sich im gewohnten Umfeld weiterhin unverändert wohlfühlen möchte, oder alte Freundschaften zu vernachlässigen oder gar abzubrechen, weil man sich nur noch mit Gleichgesinnten der neuen Interessen umgibt, kann man seinen Bekanntenkreis einfach erweitern. Man hat dann gleichgesinnte Gesprächspartner, mit denen man über die neuen Interessen sprechen kann, oder tauscht sich in Peer-Groups oder Chats aus. Die bestehenden Bekanntschaften kann man ja in einem entsprechenden Umfang weiter pflegen.

Und die wirklich echten Freunde? Die gibt man nicht so einfach auf. Echte Freunde tolerieren, dass man sich weiterentwickeln will und vielleicht vorübergehend weniger Zeit hat.

Denn eines wissen echte Freunde sicher: es zählt nicht die Quantität der miteinander verbrachten Zeit, sondern einzig und allein die Qualität.

Foto: StockSnap – pixabay.com

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