Ich hätte ja so gerne mal . . .

Bist Du an dem Punkt im Leben angekommen, wo Du manchmal darüber nachdenkst, dass Du mehr vom Leben haben könntest, die Entscheidungen oder Lebensumstände in der Vergangenheit dies aber verhindert haben?

Willkommen in der Welt der Sündenbock-Sucher!

Ja, das klingt jetzt vielleicht echt nicht nett von mir. Aber was soll’s. Ich bin wenigstens ehrlich. Warum? Das möchte ich Dir in diesem Beitrag erklären.

“Damals” ist an allem schuld…

Kennst Du das? Wenn man sich im Bekanntenkreis umhört, gibt es immer wieder Gespräche, in denen Dir jemand erzählt, was er oder sie nicht alles hätte machen oder werden können, aber die Eltern wollten damals nicht. Oder die Arbeit war schuld, dass man es nicht getan hat, weil man die Sicherheit brauchte. Kennst Du so Sätze wie: “ich hätte damals vor dreißig Jahren nach der Schule so gerne etwas anderes gelernt, aber…”. Ich schon. Ich kann Dir auch verrraten von wem: von mir selbst. Lange habe ich mich so durch das Leben gejammert. Was hätte nicht alles aus mir werden können, wenn nicht damals… oder wenn nicht vor zwanzig Jahren… oder wenn… . Doch das ist jetzt vorbei – zumindest bei mir!

Es gibt sicher im Leben immer wieder mal vertretbare Gründe, warum man das Eine oder Andere nicht gemacht hat, z.B. aus gesundheitlichen Gründen. Das ist dann ja auch verständlich und derlei Angelegen meine ich auch nicht.

Was ich meine sind echte Lebensträume, die man seit vielen Jahren mit sich rumträgt und bis heute nicht umgesetzt hat, weil es irgendwann einmal einen Hindernisgrund gegeben hat. Weil z.B. die Eltern gegen die Entscheidung waren oder was auch immer. Diese versteckten Träume trägt man dann oft jahrzehntelang mit sich rum. In nachdenklichen Momenten heißt es dann wieder: “Ich wäre ja so gerne Maler geworden, aber meine Eltern waren dagegen… (jammer, jammer, jammer).

Ja, das mag sein. Wenn wir jung sind, haben Eltern oder der Freundeskreis noch einen großen Einfluss auf einen. Und so macht man dann brav seine Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Steuerfachangestellten, anstatt seinen Lebenstraum zu verwirklichen (wobei die beiden Berufe übrigens auch ganz cool sind, wenn man die Thematik mag).

Irgendwann, ein viertel Jahrhundert später, blickt man aber vielleicht immer noch wehmütig auf die alten Träume zurück.

Meine Frage: warum gibt es so viele Menschen, die Ihre Jugendträume ein Leben lang vor sich herschieben? Mag ja sein, dass damals die Eltern dagegen waren oder andere Umstände zum damaligen Zeitpunkt dagegensprachen. Aber ist das heute immer noch so? Bestehen die alten Hinderungsgründe immer noch? Wenn nicht, seit wann ist es nicht mehr so?

Wenn ein Wunsch schon so lange in jemandem brennt, warum hat man diesen Traum nicht einfach mal umgesetzt? Wegen eines Hindernisses, das es vielleicht mal vor X Jahren gegeben hat?

Kann es sein, dass der damalige Grund seit vielen Jahren gar nicht mehr im Wege stehen würde? Man hätte inzwischen vielleicht mehr als genug Zeit gehabt, seinen Traum trotzdem zu leben. Aber was hindert einen dann daran, diesen Traum JETZT zu leben? Als Antwort erhält man dann so Ausreden Sätze wie: “Jetzt bin ich zu alt dafür.” Echt wirklich?

Es ist nie zu spät!

Um einen Traum zu leben ist es nie zu spät. Man muss sich nur wagen. Vielleicht ist man inzwischen in einem “gemütlichen” Alltag festgefahren – das ist die oft zitierte Komfortzone. Jetzt zu etwas Neuem aufbrechen, bedeutet Anstrengung und Widerstand. Widerstand von innen, weil man seinen eigenen Schweinehund und seine Zweifel erst einmal überwinden muss. Widerstand kann aber auch von außen kommen – z.B. von Freunden, Partnern oder Kindern. Menschen, die sich ebenfalls mit einem “gemütlich” arrangiert haben. Menschen, die sich jetzt vielleicht ebenfalls ändern müssen, weil man nicht mehr so viel Zeit für sie aufbringen kann. Das wird nicht jedem gefallen.

Eine Entscheidung muss her!

Fühlst Du Dich angesprochen? Dann gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten, mit so einer Situation umzugehen.

Erstens: Du änderst nichts und träumst bis ans Lebensende weiter, wie toll doch alles hätte kommen können, wenn Du damals nur… . Das ist einfach, das ist gemütlich und Du hast immer eine Ausrede, warum das eigene Leben nie über den Sumpf der Mittelmäßigkeit hinaus gekommen ist.

Zweitens: Du stellst Dir folgende Fragen:

  • War dieser Wunsch von mir damals wirklich ein Herzenswunsch? Ja?
  • Ist er es heute immer noch? Ja?
  • Passen die perönlichen Rahmenbedingungen heute, um diesen Weg einzuschlagen, auch wenn es vorübergehend zu einer Mehrbelastung kommt? Ja?

Wenn Du alles mit “Ja” beantwortet hast, stehen Dir die Wege höchstwahrscheinlich offen, Deinen lang ersehnten Traum zu verwirklichen. Du solltest Dich auf alle Fälle entscheiden und dann entsprechend agieren. Wie auch immer letztendlich Deine Entscheidung ausfällt, Du hast dadurch klare Fronten geschaffen.

Entweder, Du gibst Deinen Traum auf, dann ist es halt so. Wirf den Traum in diesem Fall (sinnbildlich) von Bord. Es gibt keinen Grund, ihn weiter mit durch’s Leben zu schleppen. Übernimm aber auch die Verantwortung dafür: “Ich habe meinen Traum aus eigenem Willen aufgegeben.”

Oder Du entscheidet Dich, es anzupacken. Dann gehe die Sache baldmöglichst an. Setze Dir konkrete Ziele und beginne mit der Umsetzung. Solltest Du dann irgendwann feststellen, dass es nicht funktioniert, warum auch immer, so kannst Du Dir später zumindest nie vorwerfen, dass Du es nicht wenigstens probiert hast.

Artikelfoto: Pexels – pixabay.com

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