Streiche dieses Wort sofort aus Deinem Wortschatz

Hast Du schon einmal darauf geachtet, welche Sprache Du verwendest? “Ja, klar…”, wirst Du Dir denken “Ich spreche deutsch”. Nein, das meine ich nicht. Wir verwenden täglich ganz selbstverständlich die verschiedensten Wörter wenn wir sprechen. Über die meisten denken nicht einmal darüber nach, sondern sprechen sie einfach aus. Wir haben die Sprache als Kleinkinder gelernt, indem wir es den “großen” nachgemacht haben. So haben wir auch den Wortschatz unserer “Lehrmeister” adaptiert – die positiven und die negativen Wörter.

Es gibt ein Wort, das meiner Erfahrung nach in der Sprache von ganz vielen von uns ganz tief verwurzelt ist. Die meisten von uns nutzen es ganz selbstverständlich und wir merken wahrscheinlich gar nicht wie oft wir es verwenden.

Ich spreche von dem Wort ABER.

Ein kleines Wort mit nur vier Buchstaben. Dennoch hat es dieses Wort in sich. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, was dieses Wort eigentlich genau bedeutet? Laut Duden wird es für einen Einwand verwendet. Wenn Du einmal genau darauf achtest, wann Du das Wort ABER genau verwendest, dann wirst Du feststellen, dass es meist eine Grenze zieht zwischen einem Argument und einem Gegenargument.

Hier ein kleines Beispiel:

Hans und Marie unterhalten sich darüber, welche Farbe die Wohnzimmerwand bekommen soll.
Hans meint: “Ich finde, die Wand sollte blau gestrichen werden. Das ist meine Lieblingsfarbe.”
Marie entgegnet: “Ich weiß, dass Du die Wand blau willst, ABER ich finde grün passt viel besser.”

Was ist passiert? Hans hat sein Argument vorgetragen, Marie hingegen hat das Argument mit einem ABER quasi einfach vom Tisch gefegt und sofort ihr Argument platziert. Sie hat quasi Platz gemacht für ihr “Ich finde grün passt viel besser”.

Man merkt an dieses Beispiel, wie schnell das Wort ABER eingesetzt werden kann, um ein Argument zunichte zu machen. Mit einem einfachen ABER wird dieses quasi in seiner Wichtigkeit reduziert und eben einem neuen Argument Platz gemacht. Indirekt kann das soviel ausdrücken wie: “Ich habe zur Kenntnis genommen, was Du sagst. Ich finde mein Argument trotzdem wichtiger.”

Wenn Du das Wort ABER verwendest, nimmst Du also automatisch eine Abwehrhaltung gegenüber den Argumenten Deiner Gesprächspartner ein. Das mag auch legitim sein. Schließlich willst Du ja vielleicht Dein Argument durchsetzen. Es zeigt dem Gegenüber jedoch auch unmissverständlich, dass Du sein Argument nicht wirklich achtest. Nun haben wir Menschen einmal gerne Recht. Deshalb kann ein schlichtes ABER schnell zu Diskussionen führen, in denen sich die Gegenüber Ihre Argumente wie im Ping-Pong-Spiel mit ABERs gegenseitig “um die Ohren hauen”.

Mein Tipp daher:
vermeide das Wort ABER in Zukunft einfach, wenn es geht. Viele Menschen reagieren schon fast allergisch auf ein ABER. Zeige Deinen Gesprächspartnern, dass Du deren Argumente ernst nimmst und erkläre Ihnen, warum Du Dein Argument passender findest. Vermeide dabei das Wort ABER. Nimm die Argumente Deiner Gesprächspartner und ergänze sie durch Deine. Wenn Du komplett dagegen bist, kannst Du das ja auch ohne ABER sagen. Alternativen wie GLEICHWOHL zum Beispiel zeigen die Wertschätzung der gegnerischen Argumente und platzieren Deine eigenen Argumente als gleichwertige Alternative.

Foto: rawpixel/pixabay.com

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